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[FAQ] Bushings (Polyurethan)

    • [FAQ] Bushings (Polyurethan)

      Polyurethan Bushings in der Vespa GTS

      Polyurethan wird in unterschiedlichen "Shore Härten" gefertigt, wobei die Anbieter von Bushings meist keine Angaben dazu aufführen.
      Sie werden nicht nur bei der Vespa eingesetzt, sondern bei vielen Motorrädern und auch PKW's in den Bereichen Stoßdämpfer, Querlenker, usw.

      In unseren Einsatzbereichen (Stoßdämpfer), wirkt das härtere Material den Querbewegungen in den Haltepunkten der Stoßdämpfer entgegen und führt (selbst mit Originalstoßdämpfern) zu einem angenehmeren Fahrverhalten.
      Die PIA Gummis sind relativ schnell hinüber und die Stoßdämpfer "eiern" in ihnen rum (kennt jeder, der schon einmal ausgeschlagene Querlenkerbuchsen am PKW hatte)

      Die erhältlichen Bushings werden anstatt der PIA Qualitätsgummis an den Stoßdämpfern der GTS montiert.
      Mit sind z.Zt. nur nachfolgende Anbieter bekannt (wird aktualisiert sobald weitere Anbieter am Markt)

      Jettin (Jettin bietet z.Zt.nur Bushings für die hinteren Stoßdämpfer an)
      Clauss Studios (Claus Studios vertreibt die Produkte über eBay unter dem Anbieternamen "djia" an (Clauss Studios bietet auch Bushings für das Vorderrad an)

      In Verbindung mit besseren Stoßdämfern (Malossi, Piaoli, YSS, Bitubo, usw.) ändert sich (sofern richtig eingestellt) das Fahrverhalten noch positiver.

      Der verbleibende Schwachpunkt ist die Motorschwinge (eig. Beitrag), wobei Regenfahrten, Streckenbeschaffenheit und Kilometerleistung kumulieren.

      Hier der Link zum Diskussionsbeitrag

      Gruß Keks
    • Hier eine sehr schöne Dokumentation über den Einbau der Bushings durch Member "Spitzie"

      Angeregt von Nimmnenkeks’ Thread Polyurethan Bushings in der Vespa GTS habe ich mir die Polyurethan Bushings bei eBay in den USA bestellt. Inklusive Porto hat mich der Spaß € 28,71 gekostet. Zoll fiel nicht an, weil der Warenwert mit US$ 20 angegeben wurde.

      Wie man erkennen kann, gibt es 4 große Dämpfer 4 kleine Lagerbuchsen.


      Je nachdem wo man nachliest, findet man den Hinweis, dass die 4 großen Dämpfer unterschiedlich groß sind und die größeren dann unter das Blech gehören. Ich habe keine Größenunterschiede feststellen können, wohl aber eine leicht unterschiedliche Oberfläche. Auch die Beschriftung war unterschiedlich. Zur selben Zeit hat ein weiteres Forumsmitglied 4 absolut identische Gummis geliefert bekommen. Ich denke also, das macht keinen (großen) Unterschied. Am Ende habe ich mich dafür entschieden, die im Bild oben abgebildeten Gummis unter das Blech zu geben.



      Bevor es an die Arbeit geht noch eine Anmerkung. Zum einen findet man (nicht nur) im Vespa Service-Handbuch den Hinweis, dass der Auspuff vorher zu demontieren ist. In meinem Fall war es (absolut) problemlos möglich, den Dämpfer trotz Auspuff zu entfernen. Ich würde es zunächst einfach mit Auspuff versuchen. Abgeschraubt ist der zur Not dann schnell.

      OK, los geht’s. Den Roller auf den Hauptständer stellen. Man liest hier und da, das es hilfreich sein kann, den Motorblock mit dem Wagenheber etwas anzuheben. In meinem Fall war auch das nicht nötig. Zunächst ist das Helmfach zu entnehmen und die vier Schrauben an der hinteren Kunststoffhalterung zu lösen. Bevor das Kunststoffteil abgenommen werden kann, muss man den Tankverschluss abschrauben. Danach kann die Abdeckung entfernt und der Tankdeckel wieder aufgeschraubt werden.



      Danach können die beiden oberen Befestigungsschrauben der beiden Stoßdämpfer gelöst werden. Wenn die Schraube und die Unterlegscheiben entfernt sind, den schwarzen Gummidämpfer einfach nach oben rausziehen.



      Als nächstes sind die unteren Muttern zu lösen. Wir beginnen mit der Auspuffseite. Es ist eine M17 Mutter samt Unterlegscheiben, die leicht zugänglich ist. Nach dem Lösen der Schraube kann das Federbein nach vorne aus der Aufnahme gezogen und dann nach hinten heraus genommen werden.



      Auf der anderen Seite ist es aber dafür nicht ganz so leicht. Die M13 Mutter lässt sich zwar mit zwei Ringschlüsseln leicht lösen, aber die Schraube lässt sich nicht herausziehen, da der Luftfilter im Weg ist.



      Also muss zunächst die Blende unterhalb der Seitenverkleidung abgeschraubt werden. Vorne die T25 Schraube lösen und hinten unterhalb des Blinkers die M10 Mutter abschrauben. Danach kann die Blende von hinten nach vorne vorsichtig gelöst werden. In der Mitte ist die Blende nur geclippt.



      Jetzt muss nur noch der Luftfilter aus dem Weg. Zum Glück muss er nicht vollständig abgebaut werden, sondern man muss lediglich die hinteren beiden der drei Schrauben lösen, mit denen er am Getriebe befestigt ist. Wenn die beiden langen Kreuzschrauben draußen sind, kann man ihn vorsichtig nach oben schieben bis man die Schraube der Dämpferaufhängung ganz heraus ziehen kann.



      Danach kann auch der linke Dämpfer herausgezogen werden. Jetzt können sowohl die Gummis, die sich unterhalb der Karosserie befanden




      als auch die Gummis im Auge der Dämpferaufhängung getauscht werden. Bei letzteren muss man etwas mehr Aufwand betreiben. Ich habe die Hülse mit dem Ende eines Schraubenziehers, das etwas kleiner als das Auge selber ist und ein paar kurzen Hammerschlägen leicht herausbekommen.



      Das das Gummi auf der Hülse verklebt ist, muss man z.B. mit einem Stanley-Messer nachhelfen. Ich habe es wie auf dem Foto zu sehen, von beiden Seiten von oben her weg geschnitten.







      Ich habe es mir erspart, die Gummireste vollständig zu entfernen. Die Hülse wird zusammen zusammen mit den neuen Bushings wieder in die Aufnahme geschoben.

      Danach können die Dämpfer wieder eingebaut werden.

      Aber Achtung: Es gilt, eine Kleinigkeit zu beachten! Beide Stoßdämpfer müssen mit der versetzten Seite nach links (von hinten gesehen) montiert werden. Hier ist die Abbildung im Vespa Service Handbuch schlichtweg falsch.

      Richtig:



      Falsch:



      Und hier die Auspuffseite, wie sie aussehen muss:



      Beim Einbau sind noch ein paar Dinge zu beachten. Die Dämpfer zunächst so einführen, dass die Gewindestange durch die Führung der Karosserie gesteckt werden. Dafür benötigt man zum Glück kein sonderliches Fingerspitzengefühl. Auf der Getriebeseite müssen die Distanzscheiben noch außen auf die Bushings gelegt werden und dann in die untere Aufnahme geschoben werden.



      Auf den ersten Versuch mag es nicht passen. Ich habe dann die beiden unteren Schrauben an der Aufnahme gelöst, weil ich dachte, das würde mir mehr Spiel geben. Aber es war wohl nur ein Placeboeffekt, weil die Aufnahme aus einem Stück gefertigt ist ;)



      Wenn man den Dämpfer möglichst weit oben einschiebt, geht es am Ende aber dann doch recht problemlos.

      Danach können die unteren Schrauben mit einem Drehmoment von 40-45 Nm und die beiden oberen mit je 20-25 Nm angezogen werden.

      Anschließend kann der Luftfilter wieder vorsichtig nach unter geschoben werden. Hier ist es wichtig, dass die beiden Öffnungen genau vor den Schraubenaufnahmen sitzen. Ich habe den Filter mit Hilfe eines kleines Schraubendrehers als Fixierung in die richtige Lage gebracht und konnte danach die Schrauben leicht einführen.

      Danach kann die Blende am hinteren Kotflügel wieder montiert werden und die Plastikabdeckung über den Tankstutzen geschoben und befestig werden. Hier noch ein kleiner Tipp. Wenn man das Dichtungsgummi vorher heruntergibt, lässt es sich anschließend von oben viel leichter wieder in die richtige Position bringen und wirklich dicht abschließen.




      Ich hoffe, ich habe nichts Wesentliches vergessen und mich halbwegs verständlich ausgedrückt.

      Zum Abschluss noch ein subjektiver Bericht der ersten Erfahrungen mit den PU-Bushings. Es ist recht erstaunlich, was für einen Unterschied diese kleinen Dinger mit den Originaldämpfern bieten. Zum einen ist das Ansprechen der hintern Federn deutlich sanfter. Zum andern werden kleinere Unebenheiten, die man am Vorderrad noch spürt, hinten kaum noch wahrgenommen.

      Auch die Straßenlage ist deutlich stabiler und man fühlt sich auch in Kurven mit unebenen Fahrbahnbelägen sicher auf der Vespa. Für mich sind die Bushings - insbesondere bei diesem Preis-Leistungsverhältnis - ein absolutes Muss.

      Liebe Grüße
      Wolfgang

      Seinen Diskussionsbeitrag findet ihr hier:
      Polyurethan Bushings in der Vespa GTS

      Vielen Dank für die Doku :thumbsup: , Keks!
    • Spitzie hat nachgelegt und mit der Dokumentation "Einbau Bushings Front" wieder das Forum bereichert



      Da ist doch noch was im Busch...

      ...oder wie der Engländer sagt: „There is still something in the bushings“

      Nachdem gestern eine Lieferung von Clauss Studios aus dem trockenen Kalifornien kam,



      stand heute natürlich der Austausch der Bushings am vorderen Stoßdämpfer an

      Folgendes Werkzeug habe ich für den Einbau benötigt:



      (wobei die 13er Nuss nicht zum Einsatz kam, da die Dämpfer entgegen der Beschreibung im Schneider-Werkstattbuch (das „Blaue“) mit IS SW6 befestigt sind. Verlängerung und Kreuzgelenk sind allerdings von Vorteil, da eine der beiden Schrauben nicht so leicht zugänglich ist.)

      Ich habe die Vespa aufgebockt, dann mit einem hydraulischen Heber etwas angehoben und mit dem gelbgrünen Original-Vespa-Hebebühnen-Eimer noch etwas stabilisiert



      Danach habe ich die 5 Inbus Schrauben (SW6) am Vorderrad gelöst und das Rad von der Nabe gehoben



      Damit der Lenker aufgrund des Gewichtes der Gabel samt Feder und Bremse nicht immer zur linken Seite kippt, habe ich eine sogenannte flexible M2R („mirror to rack“) - Fixierung angebracht.



      Jetzt kommt man recht gut an die obere Verschraubung des Stoßdämpfers heran.



      Hier scheint es eine Änderung ab Facelift 2014 gegeben zu haben. Es sind keine 13er Muttern mehr, sondern zwei Inbus SW6 Schrauben. Wenn die beide gelöst sind, kommt der Dämpfer ein Stück herunter, hängt aber noch im Kotflügel fest. Ihr könnt den Dämpfer jetzt vorsichtig ein wenig nach unten drücken (aber Vorsicht, dass ihr die Bremsleitung nicht beleidigt) und mit der anderen Hand den Kotflügel etwas zur Seite ziehen und den Dämpfer dann vorsichtig nach außen führen.



      Am besten, ihr klemmt ein Tuch zwischen Dämpfer und Kotflügel, sonst gibt es gleich ungewollte, hässliche Kratzer.



      Im Anschluss könnt ihr die Sicherungsmutter am Dämpferkopf mit Hilfe einer Rohrzange und eines 13er Ringschlüssels lösen, um die Gummis darunter zu wechseln.







      Der Obere der beiden Bushings ist konisch geformt und liegt gut in der tellerförmigen Aufnahme.



      Ihr könnt den Unteren auf den Dämpfer stecken, dann die Aufnahme samt Bushing, und Unterlegscheiben wieder mit dem Dämpfer verschrauben. Hilfreich dabei ist, wenn man sich vorher gemerkt hat, wie viele Gewinderillen oberhalb der Schraube zu sehen waren. Wenn man das nicht getan hat, hilft gut anzuziehen



      Danach den Dämpfer wieder mit etwas Druck unter den Kotfügel befördern, die Aufnahme in die richtige Position bringen und dann die beiden Inbusschrauben festziehen. Nachdem die hintere schon etwas gynäkologisches Grundverständnis voraussetzt, habe ich zunächst die vordere angezogen und dabei darauf geachtet, dass ich die hintere Schraubenaufnahme durch das Loch in der Dämpferaufnahme sehen konnte. Im Anschluss konnte ich die hintere Schraube dann auch problemlos festdrehen.



      Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass auch das Vorderrad wieder zu montieren ist (Mit Drehmoment 20 an – und mit 25 nachziehen) und die Aufbockhilfen sowie die M2R-Fixierung zu entfernen sind

      Ich werde jetzt erst mal auf Probefahrt gehen

      Liebe Grüße
      Wolfgang



      P.S.:Solltet Ihr nichts mehr von mir hören, würde ich an eurer Stelle den Fehler in dieser Anleitung suchen...
      P.P.S.: Im ersten Foto sind zwei Sätze zu sehen. Der zweite ist bereits versprochen und vergeben

      Da wir von Ihm weitere Beiträge nach der Nummer erhalten haben, hat er wohl alles richtiggemacht rockin e
      in herzliches Dankeschön, dafür den :thumbsup:
      Keks