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Motorschaden durch Neuteile

    • Motorschaden durch Neuteile

      Sofern man ein wenig technisches Geschick hat, ist DIY-Tuning/Reparatur(en) ja gar kein Hexenwerk.

      Meist ist es Plug & Pray und die Kiste geht gut...... meistens, denn

      man sollte darauf bedacht sein, die zu verbauenden Teile zumindest einer etwas genaueren optischen Untersuchung zu unterziehen, sonst können böse Überraschungen zu erwarten sein.

      Hier mal ein Beispiel anhand eine Neuaufbaus 300 Quasar mit Qualitätsbauteilen (zumindest wird dieser Ausdruck gerne für PIA-Originalteile verwendet).
      Der User ist kein Anfänger und kennt bei der GTS eigentlich jedes Bauteil mit Vornamen.

      Für den Aufbau wurden 2 "neue" Motorhälften und eine neue Kurbelwelle erworben.
      Ein gebrauchter Zylinderkopf und eine Kolben/Zylinderkombination mit einer bisherigen Laufleistung von ca. 200Km wurden verbaut.
      Das Gehäuse wurde gespült (auch die Ölkanäle) bis keine Teile mehr festzustellen waren.
      Soviel zu Vorgeschichte

      Vor der Demontage wurde das Öl durch einen Lackerfilter abgelassen, um vor der Arbeit zu sehen, ob der Aufwand überhaupt lohnt.
      Darin waren keinerlei Rückstände zu sehen, die auf etwaige Überraschungen schließen ließen.
      Also ab ans Werk......

      Anbauteile war nix Auffälliges, bis nur noch der Rumpf (inkl. Kurbelwelle), Zylinder und Zylinderkopf übrig waren.
      - Oldeckel (das grüne Ding auf der Kurbelwelle, Einmalartikel) hatte einen Montagefehler (Simmeringfeder hatte sich umgelegt), kann bei Montage ohne Einführhilfe passieren, war aber "noch" alles dicht)
      Daher wird (sofern vorhanden) in den Werkstätten ein PIA-Werkzeug genutzt, was das Umlegen der Gummilippe verhindert.
      - Demontage Zylinderkopf war völlig Problemlos, im Brennraum alles normal (üblichen Kohlerückstände waren nicht auffällig).
      - Demontage Zylinder.... dabei war der erhöhte Aufwand zum Abziehen desselben nicht "wie üblich"
      - Demontage Kolben (SiRi raus, Bolzen rausdrücken, Kolben abziehen) ging nur unter Zuhilfenahme weiterer Werkzeuge und nicht "per Hand"
      Normalerweise lässt sich der eingeölte Kolbenbolzen "schmatzend" durch die Kolbenbolzenbohrungen des Kolbens bewegen, hier jedoch nicht.
      Das ein Kolben kippt, ist ja normal, aber solche Kippspuren mit deutlich tiefen Riefen hatte ich bisher nicht vor mir
      (Bild OneDrive)

      - Sichtüberprüfung Zylinder, deutliche Riefen, die tiefer als die Honung
      (Bilder OneDrive)

      - Pleuelauge (mit Bronzelager) hatte zwar Laufspuren, aber nix Auffälliges.
      - als dann das das Pleuel Fixierungsvorbereitung irgendwie "komisch anfühlte" mal ein wenig genauer das Auge drauf geworfen...... uuups
      Video auf meinem OneDrive


      Im Grunde hat das Dingen nix gelaufen, Öl und Ölsieb ließen nicht auf Metall schließen............. hmmmmm, also wie kann dat?

      Erst einmal weiter und den Block gespalten um die KW zu entnehmen, was keine Probleme machte.
      Nach Entnahme der Kurbelwelle wurden erst einmal die KW-Lagerschalen in den Gehäusen einer Sichtprüfung unterzogen (leider keine Bilder). Die sahen schlechter aus, als mache Motoren mit etlichen 1.000 Km mehr.
      - Fresser an den Innenseiten der Gehäuse, Alu des Gehäuses, in welchem die Lagerschalen eingesetzt sind (zu großes Axialspiel)

      Die große Frage, was könnte diese Schäden hervorgerufen haben?

      Vermutlich die Qualitätsbearbeitung "ab Werk"


      Dieser Pickel war mit dem Fingernagel ohne großen Druck, von der Kurbelwelle abzubrechen.
      Es werden vermutlich schon einige davon im Umlauf sein, denn bei 9.300 U/min treten dort noch andere Kräfte mit den Öltropfen auf.

      Daher bitte vor dem Einbau/Montage, die Teile kontrollieren, ggf. entgraten oder nacharbeiten


      Gruß Keks